Trainersymposium in Gera

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Trainersymposium in Gera

Beitragvon Schicker Bernd » 08 Aug 2008 11:01

Wie war denn das Trainersymposium in Gera? Ich konnte leider nicht dort sein, aber es würde mich interessieren, wie es war. War jemand dort und kann kurz berichten?
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon Sk@te it » 08 Aug 2008 22:58

„Bedeutung des Krafttrainings für die Sportarten Eis- und Inline-Speedskating“
Sehr interessant. Eine mit Vorurteilen belastete Trainingsergänzung. Das Problem: Krafttraining wird zu häufig mit Bodybuilding gleichgesetzt. Die Vorteile die sich mit gezieltem Krafttraining im Bereich Körperspannung erzielen lassen, sind nicht zu vernachlässigen.

„Bedeutung des Radtrainings als Ausdauertraining für die Sportarten Eis- und Inline-Speedskating“
Eher negative. Radsport scheint nicht die geeignete Sportart zu sein um die Leistung beim Inline-Skaten effektiv zu steigern (Trainingseinheiten >2:00 h). Als Ausgleich oder Regeneration ist es weiterhin das Trainingsmittel Nr.1. Mehr jedoch wurde von beteiligten Inline-Skating Trainern als strittiger Punkt gesehen.

„Kooperations-Möglichkeiten zwischen Eisschnelllauf und Inline-Speedskating“
Die Frage die sich stellte war: Was haben Inline-Skating Trainer (usw.) davon ihre Sportler dem Eisschnelllaufsport zuzuführen und umgekehrt?
Es geht darum, dass beste aus einem Sportler heraus zuholen. Der Gedanke: Ein guter Eisschnellläufer ist vielleicht ein noch besserer Inline-Skater und umgekehrt (Positive Beispiele gibt es in beide Richtungen). Bart Schouten schilderte auch einige Problem die der Umstieg mit sich bringt. Ein Beispiel: Zu dicke Oberschenkel können auf dem Eis zum Problem werden.
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon valeri » 11 Aug 2008 13:51

Unter http://www.driv-speedskating.de/content/view/248/69/ konnte ich noch etwas zum Thema finden.

Hat jemand weitere Informationen dazu?

Vielen Dank im Voraus für eventuelle Hinweise!

Gruß Valeri
Zuletzt geändert von valeri am 11 Aug 2008 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon Tilo » 11 Aug 2008 14:10

Bedeutung des Radtrainings als Ausdauertraining für die Sportarten Eis- und Inline-Speedskating“
Eher negative. Radsport scheint nicht die geeignete Sportart zu sein um die Leistung beim Inline-Skaten effektiv zu steigern (Trainingseinheiten >2:00 h). Als Ausgleich oder Regeneration ist es weiterhin das Trainingsmittel Nr.1. Mehr jedoch wurde von beteiligten Inline-Skating Trainern als strittiger Punkt gesehen.


Da frage ich mich aber:

1) Warum die Eisläufer im Sommer so viel auf dem Rad trainieren. Und da teilweise bis zu 5 Std. auf dem Rad. Bei Wettkampfdistanzen bis ca. max. 15 Min Belastung.

2) Warum sehe ich ziemlich oft auf Fotos von unseren kolumbianischen Startern beim WIC die sie beim Radtraining zeigen?

-> Ich denke das Statement ist zu kurz und zu unspeziell.

Ich persönlich halte ebenfalls nicht viel von extrem langen Einheiten auf dem Rad, außer man trainiert spezifisch für die Ultralangdistanzen ab 80 km.
Für Rekom und Grundlagenausdauer finde ich aber Radfahren sehr wichtig.
Zumindest bei mir spüre ich durch das GA Training ein deutliches Absinken des Durchschnittspulses im Rennen und eine schnellere Erholung zwischen den Sprints.
Auch gezieltes Kraftausdauertraining am Berg in Intervallform oder als Dauerbelastung zeigt definitiv Effekte!
Höhentraining müsste wohl auch Wirkung auf die Ökonomie des Herz-Kreislauf-Systems zeigen, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ist allerdings auch sehr speziell.

Ein Beispiel: Zu dicke Oberschenkel können auf dem Eis zum Problem werden.
„Bedeutung des Krafttrainings für die Sportarten Eis- und Inline-Speedskating“
Sehr interessant. Eine mit Vorurteilen belastete Trainingsergänzung. Das Problem: Krafttraining wird zu häufig mit Bodybuilding gleichgesetzt. Die Vorteile die sich mit gezieltem Krafttraining im Bereich Körperspannung erzielen lassen, sind nicht zu vernachlässigen.

„Bedeutung des Radtrainings als Ausdauertraining für die Sportarten Eis- und Inline-Speedskating“
Eher negative. Radsport scheint nicht die geeignete Sportart zu sein um die Leistung beim Inline-Skaten effektiv zu steigern (Trainingseinheiten >2:00 h). Als Ausgleich oder Regeneration ist es weiterhin das Trainingsmittel Nr.1. Mehr jedoch wurde von beteiligten Inline-Skating Trainern als strittiger Punkt gesehen.

Ein Beispiel: Zu dicke Oberschenkel können auf dem Eis zum Problem werden.

Meiner Feststellung nach haben doch Eisschnellläufer meistens viel dickere Beine als Skater?!
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon valeri » 11 Aug 2008 14:31

Hallo Tilo,

ich glaube, dass die Diskussion über Trainingsmittel und -methoden in den Forumbereich "Training" verlagert werden kann...

Was meinst Du dazu?

Gruß Valeri
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon Sk@te it » 12 Aug 2008 13:42

Ich wollte nicht so sehr ins Detail gehen, da ich es für unangebracht halte Inhalte eines Lehrgangs preiszugeben (bedenkt bitte den Aufwand an Zeit und Kosten der Teilnehmer). Der DRIV scheint es ja nicht so zu sehen, siehe Homepage. Da frage ich mich jedoch: Wieso ich da eigentlich hinfahre, wenn ein Woche später der Inhalt für lau im Netz steht?

Ich fand den Verlauf des Lehrgangs auch sehr merkwürdig. Radsportler trainieren nach Aussage des Dozenten nur GA. Ob Sprinter oder Bergziege, alle trainieren das gleiche. Der Unterschied, ob man ein guter Sprinter usw. sei, ist angeboren.
Immer wenn von GA 1 Training gesprochen wird, heißt es > 180 min. Katarina Berg meinte, solch lange Trainingseinheiten nicht immer umsetzen zu können. Andere Trainer brachten sich da mit ähnlichen Ansichten ein. Aber vor allem die „Spritzigkeit“ der Sportler sei gefährdet und ein Problem, wenn langes monotones Training abgehalten wird.
Marathonläufer trainieren nie 2:15 h am Stück. Es mutet viel an, wenn Radfahrer 4:00 h auf dem Rad sitzen, bedenkt man die Länge der Wettkämpfe, ist dies aber wenig. Wieso muss ein Skater Stundenlang auf dem Rad sitzen? Auf was soll der Körper vorbereitet werden, wenn er nach 1:15 h schon im Ziel ist? Schaut man auf Wettkampfentscheidende Situationen, ist mangelnde Grundlagenausdauer eher selten die Ursache.
Was man mit dem Rad machen sollte: siehe Tilo (100% Zustimmung)

Dicke Oberschenkel bedeutet nicht gleich viel Kraft. Es geht um Intramuskuläre Koordination (IK). Die Fähigkeit ein Maximum an Muskelfasern anzusteuern. Wer das nicht kann, muss um dieselbe Leistung zu bringen mehr Muskeln aufbauen. Das Problem dabei ist die Sauerstoffversorgung von größeren Muskelmassen und das zusätzliche Gewicht. Der Abdruckweg beim Eisschnelllauf (speziell Kurve) ist größer/länger und die Muskulatur behindert, bei zu großem Volumen, das übersetzende Bein. Es ist sinnvoller weniger Muskulatur effizienter zu nutzen, anstelle von großen Muskeln, in denen nur ein Teil der Fasern Reize umsetzt. Wenn man das beherrscht, kann man die Muskulatur erweitern und noch mehr rausholen.

PS: Bart Schouten gab noch die Wichtigkeit des Radtrainings im Sommer zu bedenken --- jetzt verstehe einer die ganze Sache
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon Iris » 12 Aug 2008 16:12

Jenny Wolf wickelt fast alles über das Radtraining ab, trotzdem ist sie mehr als spritzig.
Da kommen nun endlich mal die richtigen Impulse zu den Trainingsinhalten , welche über Jahre zu den Erfolgen führten.
Warum auch nicht bei uns???

Vielleicht kurz zu den "dicken" Oberschenkeln: Jeder spricht von seiner Muskulatur her anders drauf an auf das Training. Gerade Eisschnelläufer sind hier besser bestückt, weil hier doch mit einen größeren Kraftaufwand gelaufen wird. Auch die Laufposition ist tief über die gesamte Strecke. Ich habe noch keinen Eisschnelläufer kennengelernt, welcher sich durch seine Oberschenkel behindert gefüllt hat.

Wir sollten einfach die Chance nutzen und hier wirklich mit den Eisschnellläufern zusammenarbeiten. Sie verfügen nun einmal über lange Erfahrungswerte und sie sind olympisch, d.h. hier wird der Sport ganz anders gefördert. Sie haben ganz andere Möglichkeiten die Leistungen ihrer Sportler auch auszuwerten und diese nutzen sie auch. Hier wird schon seit längerer Zeit auch sportartübergreifend mit anderen Trainern und Wissenschaftlern zusammengearbeitet.
Ein kurzer Vorgeschmack, wohin die Reise gehen kann, brachte das Trainersymposium. Hier sollten alle Trainer des DRIV die "Hand" der DESG ergreifen und von den Erfahrungswerten profitieren. Und wer weiß, dass eine oder andere, können auch die Eisschnelläufer von uns lernen.
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Re: Trainersymposium in Gera

Beitragvon fpeedfkater » 13 Okt 2008 18:23

Sk@te it hat geschrieben:Ich wollte nicht so sehr ins Detail gehen, da ich es für unangebracht halte Inhalte eines Lehrgangs preiszugeben (bedenkt bitte den Aufwand an Zeit und Kosten der Teilnehmer). Der DRIV scheint es ja nicht so zu sehen, siehe Homepage. Da frage ich mich jedoch: Wieso ich da eigentlich hinfahre, wenn ein Woche später der Inhalt für lau im Netz steht?

Dazu zwei Anmerkungen:

1. Wenn sich alles, was Du dort mitnehmen kannst auf zwei Seiten eines Berichts festhalten lässt, würde ich mich auch fragen, warum ich soviel investiert habe. Oder war das Symposium doch etwas detaillierter?

2. Was soll diese Geheimniskrämerei? Sollten die (von mir aus groben) Ergebnisse nicht möglichst vielen Trainern und Sportlern zugänglich gemacht werden, um das Informations- und Trainingsniveau zu heben?

Ich finde es mutig, eine solche Aussage in einem Forum zu treffen, das davon lebt, dass glücklicherweise auch manchmal kompetente und erfolgreiche Leute etwas posten - auch wenn Du die Aussage im weiteren Verlauf mit Deinen eigenen Informationen entkräftest. :wink:
Und da wir gerade dabei sind: Hat sich eigentlich hier schon einmal jemand die Frage gestellt, warum nur ganz wenige der dt. Spitzenathleten hier posten? Vielleicht genau aus der obigen Haltung heraus ... :x
... oder weil sie trainieren und nicht labern ... wie wir ... :lol:

Na dann prost. Ich geh erstmal radeln ... ReKom ...
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