Berichte 2005

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Berichte 2005

Beitragvon Thilo » 25 Feb 2005 11:18

Deutsche Meisterschaften in Stuttgart

Die Deutschen Halbmarathon Meisterschaften im Inline Speedskating werden 2005 am 05. Juni im Rahmen des 12. Stuttgarter Inline Laufs ausgetragen.


Bereits in den Jahren zuvor war der Halbmarathon in Stuttgart mit über 2000 Startern der größte Inline Halbmarathon in ganz Deutschland. Durch den Status einer Deutschen Meisterschaft werden in diesem Jahr noch mehr Starter als in den Jahren zuvor erwartet. Auch die komplette deutsche Spitze wird es sich nicht nehmen lassen in Stuttgart dabei zu sein um einen den Titel eines Deutschen Meisters zu ergattern. Darüber hinaus werden Spitzenfahrer aus Frankreich und der Schweiz erwartet.
Doch auch Läufer aus Baden-Württemberg werden im Kampf um den Sieg ein Wort mitreden. Neben Mattias Schwierz (Junioren Weltmeister über 300m, Tuttlingen) kann sich Rico Keppeler (Großbettlingen) als amtierender Junioreneuropameister in der Staffel Hoffnungen machen beim Schlusssprint die Rolle vorne zu haben. Auch Andreas Bauer vom Speed-Team-Stuttgart, der im vorletzten Jahr noch als erster auf die Zielgerade eingebogen war und den fünften Platz belegte, wird bei seinem Hausrennen wieder besonders motiviert sein.

Das Speed-Team-Stuttgart e.V. hat zu seinem Heim Grand Prix natürlich einen ganz besonderen Bezug. Neben dem Thursday Night Skating darf der Stuttgart Lauf durchaus als Geburtshelfer des jungen aber stetig expandierenden Vereins gelten. Es verwundert also nicht dass man an der Organisation des Stuttgarter Inline Skate Halbmarathons beteiligt ist. Für die Mitglieder ist es Verpflichtung und Ehre zugleich, beim Stuttgart Lauf helfen zu dürfen.

Der 2003 gegründete Speed Skate Verein aus Stuttgart stellt mit über 100 Mitgliedern das größte Inline Team in Baden-Württemberg, und ist zudem mittlerweile auch das erfolgreichste. Die vielen ausgebildeten Trainer und die engagierte Nachwuchsarbeit stellen den weiteren sportlichen Erfolg sicher. Man stellt zudem die Mehrzahl der Schiedsrichter in Baden-Württemberg, was zur Durchführung eines Wettkampfes unerlässlich ist. Doch auch die langjährige Integration des Stuttgart Laufs in den Baden-Württemberg Inline Cup (BWIC), sowie die Lizenzierung durch den DRIV (Deutscher Rollsport und Inline-Verband) bürgen für die Qualität dieser Veranstaltung. Die Strecke, Anfangs für Läufer ausgelegt, wurde Jahr für Jahr verbessert und entschärft, so dass sie die optimalen Voraussetzungen für eine schnelle und sichere Meisterschaft bietet. Die Zeiten in denen man als Anhängsel einer Laufveranstaltung über Kopfsteinpflaster skaten musste sind vorbei

Die Strecke in Stuttgart wurde in der Vergangenheit von den Besten in etwas mehr als einer halben Stunde zurückgelegt. Im Vorjahr unterstrich das Französische Roll’X Team durch einen dreifach Sieg den internationalen Charakter der Veranstaltung. Durch die schnelle Strecke und das starke Starterfeld ist auch das Aufstellen eines neuen Deutschen Rekords sehr gut möglich. Das hängt jedoch stark vom Rennverlauf ab, der sowohl von der Geschwindigkeit aber auch von der Taktik eher mit dem Radrennfahren als dem Laufen zu vergleichen ist. Windschattenfahren bringt auch beim Skaten Vorteile, daher wird in größeren Pulks gefahren. Auf der Strecke belauert man sich bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 40 km/h gegenseitig. Einige Fahrer werden Ausreißversuche starten und versuchen sich dadurch vom Feld zu lösen oder dies dadurch zu dezimieren. Fahrer aus anderen Teams bzw. Verienen werden versuchen zu diesen Fahrern wieder aufzuschließen. Durch die immer breiter werdende Spitze im Speedskating in Deutschland kann mit einem interessanten Rennverlauf und der Ankunft einer größeren Spitzengruppe gerechnet werden. Beim Schlusssprint vor dem Daimlerstadion werden die Skater vermutlich die in der Ortschaft erlaubte Höchstgeschwindigkeit erreichen. Und noch eine Parallele gibt es zum Radsport: Gewinner ist nicht der, der als erster mit der Brust die Linie überquert sondern der, der die Ziellinie zuerst mit der Rolle überfährt. Bei voller Geschwindigkeit am Ende der Kräfte entscheidet oft der Zielspagat über die ausschlaggebenden Millimeter, die den Sieg bringen.

In diesem Jahr finden in Deutschland zudem die World Games und die World Masters statt. Vielleicht können diese Veranstaltungen dazu beitragen Speedskating in Deutschland weiter als Wettkampfsport zu etablieren, so dass der Aufnahme des Inline Skating in das Olympische Programm im Jahre 2012 nicht im Wege stehen sollte.
Thilo
 
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Beitragvon Thilo » 18 Apr 2005 15:16

Bericht von Martina Weyhing

Winterbach am 10. April 2005

Saisonauftakt der Speedschnecken

Das erste Rennen der Saison 2005 fand für die meisten Mitglieder des Speed-Team-Stuttgart traditionell in Winterbach statt. Einzige Sorge war wie immer das Wetter, ansonsten ist man in Winterbach ja bestens versorgt. Zu erwähnen wäre das leckere und sehr reichhaltige Kuchenbuffet, das jedes Jahr wieder geboten wird – man merkt, die remstäler Landfrauen backen sehr gut und gerne. Die Strecke ist bekannt: es geht ein paar Runden durchs Wohngebiet. Gerade, Kurve, Berg, Gerade, Kurve, Kurve, Abfahrt..... Für die Damen wie schon im letzten Jahr 5 Runden a´ 1,5 km, für die Herren dann 7 Runden. Vor den „Profis“ (ja, so steht das in der Anmeldung!) starteten die Kids und auch ein Rennen für die Freizeitsportler wurde geboten.
Das Wetter meinte es dieses Jahr besonders gut. Teilweise Sonnenschein, kein Wind und kuschlige 10°C - also beste Bedingungen. Das Damenfeld bestach durch Exklusivität: gerade mal 13 Starterinnen fanden sich ein! Darunter Sabrina Rossow (team K2-saarland, nach ihrem schweren Sturz in Essen vor genau einem Jahr zum Glück wieder genesen), Meike Exterkate (teckspeed) und Katharina Rumpus (Heilbronn) gingen als Favoriten ins Rennen. Sabrina präsentierte sich in Topform und gewann sowohl das Rennen als auch die Sprintwertung. Meike (Siegerin des letzen Jahres) konnte den 2. Platz noch vor Katharina (10 Jahre alt!) behaupten. Der Rest des Feldes bestand aus einer 5-köpfigen Verfolgergruppe sowie 3 Zweierteams, die in relativ kurzen Abständen hintereinander ins Ziel einliefen.
In der 1.Verfolgergruppe leistete Michaela Schorpp (teckspeed) die Hauptführungsarbeit. Desiree und ich versuchten die Fahnen des Speed-Team-Stuttgart hoch zu halten, mühten uns auch je eine Runde im Wind ab. Der Dank für unsere Mühen war, dass wir kurz vor dem Ziel von zwei jungen „Windschattenlutscherinnen“ aus Großbettlinger übersprintet wurden.
Sportsgeist scheinen die nicht zu kennen. Bei einem so wichtigen Rennen ist es natürlich zu verstehen - da zählt jeder Platz. Naja, herzlichen Glückwunsch zu Platz 4 und 5, kann ich da nur sagen.
Bei den Herren startete ein relativ großes Feld von etwa 30 Skatern. Zum Rennverlauf kann ich leider nicht viel sagen, da ich mit der ausgiebigen Rennanalyse sowie der Nachbetrachtung durch den „Fachreferenten für Wettkampf- und Schiedsrichterwesen im WRIV“ beschäftigt war. Auch hier gewann einer der Favoriten, unsere „Juniortüte“ Tobias Beute (Heilbronn) *juhu* sowohl die 10 km als auch den Zwischensprint vor Sebastian Brucker (Rollix). Einen hervorragenden 3. Platz belegte unser Thomas Schulz (Speed-Team-Stuttgart), dicht gefolgt von Jörg Besch (Hotwheels Schwenningen). Reschpekt, die Jungs der AK30, 40 und 50 scheinen diese Saison wieder in Topform zu sein!
Anschließendes Kaffee schlürfen und Kuchen mampfen war wieder einmal einer der Höhepunkte des Tages. Nicht vergessen möchte ich zu erwähnen, dass manch Einer/Eine extra zum Kaffeetrinken aus Stuttgart angereist war (gell MC). Im Endeffekt waren mehr Speed-Teamler als Zuschauer anwesend als im Rennen aktiv. Ich hoffe nur, das wird nicht Programm für diese Saison!
Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl konnte jeder Skater zur Siegerehrung auf die Bühne geholt werden. Auch das macht den Charme einer solchen Veranstaltung aus. Die Veranstalter aus Winterbach würden sich jedoch bestimmt über eine größere Teilnehmerzahl freuen, was bei dieser beispielhaften guten Organisation bestimmt auch kein Problem wäre.
Thilo
 
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Beitragvon Thilo » 02 Mai 2005 09:56

World Masters der Senioren

Das 1. World Masters der Senioren im Speedskating fand im Rahmen des Olympus Marathon in Hamburg am 24.4. statt.

Obwohl es sich hier um die Weltmeisterschaft handelte, war es leider nur eine verschwindend kleine Anzahl von Teamkollegen welche Interesse an diesem Rennen hatte. Der weite Weg und der frühe Termin in der Saison schreckte doch viele ab. Letztendlich waren es nur Markus Mozet und ich welche die Vereinsfarben hoch hielten.
Mein Quartier in einer Turnhalle hatte ein gewisses internationales Flair, waren unter den 50 Skatern und Läufern doch viele Nationalitäten. Der neben mir liegende Läufer aus Frankreich zeigte mir voller Stolz die Kuhglocke und das Kuhfell mit dem er die 42 km laufen wollte. Alle Achtung, die Kuhglocke wog mehrere Kilo und beim Kuhfell musste ich schon vom anschauen schwitzen. Zumindest der Beifall der Zuschauen am nächsten Tag war ihm sicher.

Am Sonntag gaben dann 700 000 begeisternde Zuschauer eine tolle Kulisse ab, der strahlende Sonnenschein tat ein übriges und lies die morgendlichen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt schnell vergessen.

Mein Rennverlauf ist eigentlich schnell erzählt. Nach 5 km verlor ich den Anschluss an die Spitzengruppe der AK40, kämpfte dann noch ein paar Kilometer alleine gegen den starken Wind an, was mir die letzen Körner an Kraft kostete. Für die restliche Stecke galt dann die Devise - ohne Quälerei ins Ziel kommen.

Bei den Männern AK50 erreichte Albrecht Bauer von den Hot Wheels Schwenningen einen hervorragenden 3. Platz. Bei den Frauen AK30 wurde Michaela Heinz Gaerten zweite und Stephanie Piepke dritte.

Eigentlich wollte ich den Bericht hiermit schließen und über die Punkte die nicht so gut liefen hinwegsehen, aber ein Zitat aus dem Bericht über das Rennen auf der Hompage von Inlinenews hat mich dann doch bewogen die Punkte zu erwähnen welche schlecht liefen.

Der Satz war folgender: „Hier wird ein separater Start der Altersklassen vorgesehen, aber es gibt immer wieder Skater, die sowohl den Aufforderungen der Sprecher als auch den Schiedsrichtern nicht folgen und gern früher starten, was im Nachgang die Auswertung verzögert und zu erhöhten Arger mit Disqualifikation etc. führt“.
Ach ja – sind also mal wieder die Skater selber schuld!!!! Da als Quelle dieses Berichts die DRIV Hompage genannt wurde, muss dies wohl die Meinung eines Offiziellen gewesen sein, der weit ab vom Startbereich sich irgendwo in der VIP-Lounge mit geschlossenen Augen gesonnt hatte.
Das ganze Chaos begann eigentlich schon damit dass in der Ausschreibung zwar erklärt wurde in welcher der drei Strassen man zu starten hatte, es wurde aber mit keinem Ton erwähnt an was man erkennen konnte in welchen Block man eingeteilt war. Dass der Buchstabe B vor dem T bei mir für den AK40 Block stand habe ich auch nur durch mehrfaches Nachfragen erfahren. Den einzigen LKW für die Kleiderabgabe hat man dann auch erst nach längerer Suche an einer Stelle gefunden an der man ihn nicht vermutet hatte.
Die Blocks wurden viel zu spät abgesperrt, die Skater die sich nun in den Blocks befanden, wurden nicht mehr von den Ordnern kontrolliert. Eine Kennzeichnung der Blocks gab es auch nicht. Wenn dann der Sprecher fünf Minuten vor dem Start in deutscher Sprache nochmals auf die Beachtung der Blockeinteilung hinweist, erreicht das garantiert nicht alle, und schon gar nicht die Starter welche kein Deutsch verstehen und solche soll es ja zumindest bei einer Weltmeisterschaft häufiger geben.

Der AK40 Block wurde von den Ordnern zu schnell oder auch zu nah an die Startlinie gebracht. Das führte dazu, dass die Skater in der ersten Reihe zu früh auslösten, mit dem Resultat dass auch 3 Stunden nach dem Rennen bei den AK40 noch kein Ergebnis vorlag und keine Siegerehrung gemacht werden konnte.

Die ausgehängte Liste der Disqualifizierten war dann auch riesig, ärgerlich vor allem für Diejenigen welche von weit hergereist waren.

Dass bei den AK30 auch die Aktiven starten durften, war ebenfalls ein Unding. Zu einer Seniorenweltmeisterschaft gehören die Aktiven nicht hin oder zumindest in einen eigenen Block,.

Im Vergleich dazu haben die beiden „Fehlleistungen“ bei der Siegerehrung nur zu einem Schmunzeln sowohl der Betroffenen als auch der Zuschauer geführt. Bei den Frauen wurde die Erste mit der Drittplazierten vertauscht und Reiner Huss musste den Sprecher erst mal die richtige Reihenfolge erklären. Die Siegerinnen bei den AK30 bekamen die Medaillen der Herren überreicht und mussten diese anschließend erst mal umtauschen lassen.

Für die Zukunft kann man den Organisatoren solcher Veranstaltungen nur raten sich den Berlin Marathon anzuschauen. Dort ist nicht nur die Startprozedur und Blockeinteilung vorbildlich, sondern die Skater fühlen sich auch nicht als 5. Rad am Wagen, wie es dieses mal in Hamburg leider der Fall war.

Bernd
Gutöhrlein
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Beitragvon Thilo » 24 Mai 2005 11:53

Inline-Challenge in Hüfingen

Nico und Sandra Widuwilt gewinnen das 2. Rennen zur GBC

Die Inline Challenge in Hüfingen ist wie der Name schon sagt eine echte Herausforderung. Drei Rennen in zwei Tagen, ein langer Berg, den es beim Marathon vier Mal zu erklimmen gilt. In diesem Jahr zählte Hüfingen nicht nur BaWü Cup Wertung wie in den Jahren zuvor, sondern war zudem Bestandteil der German Blade Challenge. Damit war die komplette deutsche Spitze anwesend. Leider blieb die Zahl der Teilnehmer unter den Erwartungen.

Der Freitag begann mit Rennen die auf die breite Masse zugeschnitten war. Sowohl Einzel- als auch Firmenrennen sollten vor allem die lokalen Skater ermutigen am Event teilzunehmen. Danach fuhren die GBC Teams einen Prolog der im Last-Men-Out Modus ausgetragen wurde. Bei den Frauen waren nur fünf Skaterinnen am Start. Die 23 Starter der Herren fanden in Nico Widuwilt und Matthias Schwierz (beide Creative Rollerblade) ihre Sieger. Aus Stuttgart war man mit sechs Mann angereist, um den Cracks zuzuschauen.

Samstags begann die eigentliche Inline-Challenge um 15:30 Uhr mit einem Time-Trial. Im 10 Minuten Takt gingen die Skater auf die Strecke um 1500 m alleine gegen die Uhr möglichst schnell zu bewältigen. Pünktlich zum Start setzte starker Regen ein. Jedoch hatten alle Skater die gleichen schlechte Bedingungen. Bei den Frauen siegte Sandra Widuwilt (Powerslide) vor Tina Strüver (Verducci) und der lange verletzen Sabrina Russow (Barclaycard Lion Girls). Bei den Herren war wiederum Creativ-Rollerblade durch Vorjahressieger Kai Menze und Nico Widuwilt erfolgreich. Clemens Rubrick (Powerslide) wurde dritter.

Um 18 Uhr startete der Marathon, der auch Wertungsrennen für die offizielle DRIV Rangliste war. Ungewöhnlich für ein Inlineskate Rennen ist dabei die Vergabe von Zeitgutschriften an der Sprintwertung am Berg. Die anfangs nasse Strecke machte den Berg noch etwas anstrengender als in den Jahren zuvor. Durch den gemeinsamen Start aller lizenzierten Männer und durch die Sprintwertung war das Tempo von Anfang an sehr hoch. Der im Rahmen des Bawü Cups gewertete Franzose Thomas Fortain (Team Rollx) gewann das Rennen in für die Bedingungen hervorragenden 1:10:37.49 h. Die Führung in der Gesamtwertung übernahm Rubrick vor Widuwilt und Benjamin Zschätzsch (Luigion-Powerslide).

Durch das hohe Tempo hatten alle Stuttgarter schon am ersten Berg den Anschluss zum Peleton verloren. Thomas und ich waren in einer ca. 10 Mann starken Verfolgergruppe und machten uns daran auf der Abfahrt den Anschluss zur großen Gruppe wieder zu finden. Am Ende der ersten Runde hatten wir dies auch geschafft. Aber im Genensatz zu Thomas konnte ich mich bis zum Anstieg nicht ausreichend von den Strapazen der Verfolgung erholen, und lies die Gruppe zusammen mit einem Verducci Fahrer ein weiteres Mal fahren. Nach etwas Smalltalk, einer gemeinsamen Banane und einem kleinen Disput mit der Frau von der Verpflegungsstelle der Hot Wheeler (die mir partout keine der ausschließlich für die Schwenniger bestimmten Wasserflaschen geben wollte), bildete sich nach und nach eine ganz gut laufende Gruppe, mit der ich letztendlich ins Ziel kam.

Die Frauen hatten ihren eigenen Start. An der Spitze kam es bei Taktikspielchen zu einem Massensturz, der fast die komplette Spitze zu Fall brachte. Es setze sich eine siebenköpfige Gruppe ab. Tina Strüver gewann das Rennen in 1:23:40.63 h. Der vom Radsport kommende Moderator hatte mit der Aussprache ihres Namens deutlich weniger Probleme als am Tag zuvor. Am Abend wurden dann der bezwungene Berg, die überstandene Nässe und mein Geburtstag mit Wein und Kuchen bis Nachts um halb drei gefeiert.



Der Sonntag begann wie der Samstag aufgehört hatte: Mit Regen. Eine Stunde vor dem Start erreichte uns die Kunde dass der erste Start der der Männer sein sollte. Wir machten uns auf zum Start-/Zielbereich. Dort angekommen herrschte erst einmal Verwirrung, weil man über Lautsprecher verkündete dass man entschieden hatte die ersten 75 Männer der Gesamtwertung im Elite Rennen zu starten. Dies war auch auf einer 20 min vor dem Start ausgehängten Liste so markiert. Dann tauchte noch eine zweite Liste auf, in der einige der Fahrer die unter den 75 waren nicht mehr auftauchten. Eine dubiose Regel, die sich die wohl irgendwo in den Regularien der GBC stehen soll (ich habe sie auf der Homepage nicht gefunden), verbiete den Start von Skatern, bei denen nicht die Hälfte des Teams unter den top 75 seien.

So mussten alle Stuttgarter im ersten Rennen der Jedermänner bei wieder einmal nasser Strasse starten. Andere Teams überredeten die Offiziellen (ohne unser Wissen) zu einem Start im Eliteblock. Eine Vergleichbarkeit der Resultate war in Anblick der abtrocknenden Strecke und der unterschiedlichen Teilnehmerfelder nicht mehr möglich. Jedenfalls fuhren die Stuttgarter ein engagiertes Rennen. Teilweise kontrollierten wir das Feld mit drei Fahrern von der Spitze weg. Bis zum Schluss konnten sich 5 Fahrer vom Speed Team in der 20 Skater großen Spitzengruppe halten. Am Schluss war man mit zwei Skatern in der Gruppe der sechs Skater, die sich leicht vom Feld abgesetzt hatten, vertreten. Thomas konnte in einem sehr knappen Finish zweiter werden. Mir blieb zwei Hundertstel dahinter der vierte Platz. Sven Schaal, Markus Mozet und Jörg Wolke erreichten die hervorragenden Plätze 7,9 und 15.

Mit Bedauern mussten wir ansehen, wie die Strecke nach unserem Regenrennen vollständig abtrocknete und so den anderen im Eliterennen startenden BaWü Cup Skatern perfekte Bedingungen und schnelle Zeiten bescherte. Nico Widuwilt konnte wertvolle Zeitbonifikationen sammeln, die ihm den Gesamtsieg einbringen sollten. Der Tagessieg allerdings ging an Benjamin Zschätzsch eine Rollenlänge vor Matthias Schwierz (siehe Bild).

Bei den Frauen wollte das Zepto Team endlich einen Sieg und versuchte sein Glück in der Flucht nach vorne. Leider machte ihnen das in der Kurve bremsende Führungsmotorrad einen Strich durch die Rechnung. Es siegte die Gesamtsiegerin Sandra Widuwilt.

Die Organisation war - abgesehen von den angesprochenen Schiedsrichterentscheidungen - nahezu perfekt. Das Rahmenprogramm konnte überzeugen. Allerdings hatte man das Gefühl dass alles auf die GBC ausgerichtet war. Dazu muss man auch sagen dass wenige BaWü Cup Fahrer am Start waren, um der Baden Württemberg Inline Cup Wertung mehr Gewicht zu verleihen. Ob das hohe Niveau des Starterfeldes oder der lange Berg die Speedskater (aus Baden Württemberg) vom Start abschreckt kann ich nicht beurteilen, jedoch hat diese Veranstaltung mehr Zuspruch gerade auch von den Skatern aus dem weitern Umkreis verdient. Man fragt sich woran es liegt dass schlecht organisierte Veranstaltungen wie Düsseldorf (um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen) mehr Zuspruch von den (Speed-)Skatern erfahren als dieses speziell auf die Bedürfnisse von Skatern zugeschnittenen Events?
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Beitragvon Thilo » 03 Jun 2005 10:24

Weiterer Vorbericht zum Stuttgart Lauf von Stefanie Wahl


http://www.stuttgart-lauf.de/aktuell/an ... php?id=141
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Beitragvon Enrico » 03 Jun 2005 12:14

Thilo: wir sind im 10 Sekunden Takt gestartet... beim Time Trail. ;-)
Schöner Bericht. ;-)
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Beitragvon H.Groen » 03 Jun 2005 12:37

Thilo,
bei Deinem Bericht über den World Masters der Senioren vermisse ich doch meinen Namen, denn über den hart erkämpften Vize in der AK 60
bin ich doch recht zufrieden, eine Schienenlänge am Titel vorbei. Vor allem ist es in unserer Klasse alles fair abgelaufen, obwohl wir als letzt gestartete die A-karte hatten.
Hat man uns im Norden nicht so auf der Rechnung. ?
Viele Grüsse Holger
H.Groen
 
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Deutschen Meisterschaften im Halmarathon in Stuttgart

Beitragvon Thilo » 07 Jun 2005 12:48

Titel des Deutschen Meisters im Speedskating geht ins Ländle

Deutschen Meisterschaften im Halmarathon in Stuttgart

Mit Matthias Schwierz wird ein Skater aus dem ehemaligen Speedskating Entwicklungsland Baden Württemberg Deutscher Meister über die Halbmarathondistanz.

Der für die Tuttlinger Sportfreunde startende Junioren Weltmeister über 300m konnte die im Rahmen des STUTTGARTER ZEITUNG-LAUFs ausgetragenen Meisterschaften im Halbmarathon für sich entscheiden. Die mitfavorisierten Gebrüder Zschätzsch mussten sich trotz gewaltigem Zielspagat diesmal mit den Plätzen zufrieden geben. Benjamin Zschätzsch, der wie sein Bruder Daniel für den Blau Gelb Groß Gerau an den Start ging, wurde vor seinem Bruder zweiter.

Bei den Frauen musste die Titelverteidigerin Friederike Gehring (TSV Bayer 04 Leverkusen) diesmal Sandra Wieduwilt (Blau-Weiß Gera) den Vortritt lassen. Tina Strüver (SV Turbine Halle) wurde dritte. Die Ausreisversuche der schwäbischen Skaterinnen konnten von den Favoritinnen stets gekontert werden, so dass im resultierenden Massensprint Miriam Lang auf dem siebten Platz die beste Skaterin aus Baden Württemberg war.

Eigentlich müsste man kaum etwas über die Deutschen Meisterschaften schreiben, die Veranstaltung war nahezu perfekt, und jeder der dabei war konnte sich davon überzeugen. Also nun für alle die nicht dabei waren.

Die Organisation:
Nach dem Debakel bei den Altersklasse Weltmeisterschaften in Hamburg wollten wir in Stuttgart zeigen dass man einen regulären Altersklassenstart doch bewerkstelligen kann. Es gab für die lizenzierten Skater einen eigenen kontrollierten Zugang. Die Blöcke der jeweiligen Altersklassen waren durch Gitter und Seile abgesperrt. An den Zugängen zu den Altersklasseblöcken stand jeweils ein Schiedsrichter, der anhand der aufgedruckten Altersklasse nur die Starter der in den Block ließen, die dafür gemeldet hatten. Aber auch die meisten Skater verhielten sich sehr kooperativ und sortierten sich freiwillig in die ausgezeichneten Blöcke ein. Einzelne Skater ohne Lizenz und Startnummer konnten ausfindig gemacht werden und wurden des Blocks verwiesen. Letztendlich konnte so das Startprocedere ohne größere Probleme durchgezogen werden.
Die Strecke hat sich seit ein paar Jahren bewährt. Einzig die Verlängerung der Strecke um 300m auf die volle Halbmarathondistanz bedeutete eine Änderung zu den Jahren zuvor. Die Asphaltierung der Strecke erfolgte noch rechtzeitig. Die zu überquerenden Schienen waren mit Seilen gut gesichert.
Natürlich war durch die Einbettung in den Stuttgart Lauf mit 21000 Teilnehmer das Rahmenprogramm sehr umfangreich.

Das AK 30 Rennen:
Ich hatte die ganze Woche wegen unseres Umzugs nicht trainieren können. Beim Nightskaten am Donnerstag waren meine sowieso schon sehr schmächtig ausgebildeten Oberschenkel schwer wie Blei, und meine Schienbeine schmerzten wie Hölle, als ich mit Lars Harman durchs Feld pflügte.
Beim warm fahren vor dem Rennen flogen die anderen Skater an mir vorbei, und ich machte mir Sorgen ob ich mit den Star Grip Wheels die richtigen Rollenwahl getroffen hatte.
Es dauerte etwas bis ich den Einlass in den lizenzierten Block gefunden habe, aber dann begrüßten mich Iris und Heiko, und kontrollierten wirklich alle Starter ob sie auch in den richtigen Block wollten. Unser Starblock war mit 74 Startern mal wieder der Größte in dem insgesamt 275 Starter umfassenden Feld der lizenzierten Sportler, unter denen die Titel verteilt werden sollten. Am Ende des Hauptfeldes machten Marcel Klenk, Sven Weinhardt und Marcel Olnhausen einen etwas verlorenen Eindruck, wohl wissend, dass sie bald von uns geschluckt werden würden.

Kaum war die Hauptklasse gestartet wurden wir an die Startlinie herangeführt. Unser Start sollte ja 30 Sekunden nach dem ersten Block erfolgen. Leider wurde das Band etwas zu spät entfernt und verfing sich in meinem Bein. Da ich die aufgeschreckte Meute hinter mir hatte gab es kein Zögern. Und irgendwie kam ich ohne Sturz und Band vom Start weg. Ich befand mich im vorderen Feld als sich langsam die Züge zu bilden begannen. Ich war gerade dabei mir einen breiten Rücken zu suchen als ich Jemanden „Achtung Rechts“ brüllten hörte. Jörg Wecke hatte die an dieser Stelle sehr breite Fahrbahn an der ersten leichten Steigung geschickt genutzt, um fast unerkannt zu entkommen. Vom Gebrüll aufgeschreckt sprintet eine Handvoll Skater hinter ihm her. Ich zögerte etwas, und so zogen sie davon. Ich hoffte noch darauf dass man an der folgenden Abfahrt das Loch wieder schließen könne, aber nichts da. Die waren weg. Alle die, die sich Hoffnungen auf einen Platz auf dem Stockerl gemachte hatten konnten diese bereits nach einem Kilometer begraben. Der Vorsprung vergrößerte sich zwar nur sehr langsam aber doch stetig. Thomas, Sven, Holger und Markus waren auch bei uns in der Gruppe. Ich orientierte nach vorne. Zwei mal führte ich die Gruppe an, und erhöhte das Tempo. An mir sollte es nicht liegen, dass die vordere Gruppe uns weiter enteilen sollte. Ich hatte mir vorgenommen offensiv zu fahren. Sven und Thomas machten immer wieder Platz, wenn ich in die Gruppe einscherte. Das Tempo war flott, und wir sammelten einige einzelne Fahrer und eine Gruppe ein. Jedoch war bei den Eingesammelten kein mir bekannter AK 30 Fahrer. Unsere Gruppe wuchs, und ca. 3 km vor dem Ziel fand ich mich wohl an Position 30 der Gruppe. Ich versuchte auf der Ebene nach vorne zu fahren. Der starke Gegenwind blies mich aber direkt an das Ende der Gruppe. Ich konnte nur noch auf die Steigung in Bad Cannstatt hoffen. Ich kam mit viel Schwung aus der Kurve und griff direkt auf der rechten Seite an. Allerdings war die Spitze nach der Steigung immer noch recht weit entfernt. Jedoch konnte ich die Kurven nutzen um mich bis auf Position drei nach vorne zu pirschen, ohne viel Kraft gelassen zu haben. So ging es dann auch auf die Zielgerade. Ich fühlte ich mich gut und griff gleich an und überholte den vor mir Fahrenden. Bis ca. 70m vor dem Ziel hetzte ich an Position zwei liegend dem Führenden hinterher, und freute mich schon innerlich über die tolle bevorstehende Platzierung. Dann kam plötzlich aus dem Nichts rechts eine größere Gruppe an mir vorbeigeschossen. Ich hatte nichts mehr entgegen zu setzen, und so flogen auf den letzen Metern bestimmt noch sieben oder acht Skater an mir vorbei. Ich war sauer. Die hatten sich die ca. 400m lange Zielgerade wohl cleverer eingeteilt. Die Freude war allerdings groß als ich erfuhr, dass ich in meiner AK 11. und insgesamt 42. geworden war. Markus, Sven und Thomas auf den Plätzen 19 bis 21 und Holger Jörg und Andreas auf den Plätzen 27, 31 und 32 komplettierten die tollen Leistungen der Speed Teams in der AK 30.
Es gewann Jörg Wecke (Skate-Team Celle) vor Rainer Arnold (Blau-Gelb Gross-Gerau) und Oliver Engel (Gülser-Mosel-Skater).

Weitere Ergebnisse findet man unter http://194.77.28.250/2005/stuttgart/index.php
Homepage des Veranstalters http://www.stuttgart-lauf.de/
Bilder der Stuttgarter Zeitung http://www.stuttgarter-zeitung.de/galer ... &x=12&y=10
Bilder von Gerhard Schwierz: http://www.team-rb.de/index.php?set_alb ... _album.php
Sonderbeilage http://www.stuttgart-lauf.de/aktuell/an ... php?id=156
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Beitragvon Thilo » 07 Jun 2005 13:44

@ Holger Der Bericht ist von Bernd Gutöhrlein, aber wir haben euch natürlich natürlich immer auf der Rechnung. In Stuttgart gekniffen?
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Beitragvon Thilo » 10 Jun 2005 10:24

12.Stuttgarter-Zeitung-Lauf – Hintergrund- und Erlebnisbericht einer Speedschnecke

Die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon standen im Jahr 2005 mit Austragungsort Stuttgart und Integration in den 12. Stuttgart-Lauf ganz im Fokus des Vereins Speed-Team-Stuttgart e.V..

Auf diversen Sitzungen mit dem WLV, im Ausschuss des Vereins, beim Thursday-Night- Skating, überall wurde seit Anfang des Jahres das Thema diskutiert. Fragen über Fragen standen im Raum: wer startet beim Lauf, wer agiert als Helfer und wo, wie viele Helfer müssen wir überhaupt stellen, wer wird als Schiedsrichter tätig sein, wer ist für die Streckensicherheit zuständig, wie werden die Startblöcke überwacht, wer moderiert beim Rennen, haben wir ein Vereinszelt, wer holt es und wo ist es überhaupt ???? Die Liste der Fragen schien endlos.

Die Informationen stapelten sich bei einer Person, die in Personalunion die Position des Landesfachwart Inline-Speedskating im WRIV, 1. Vorstand Speed-Team-Stuttgart e.V, Rennleiter Deutsche Meisterschaften und Kids-Race BaWü-Cup, Wettkampfrichter (korrigier mich einer, wenn ich was vergessen habe) ausfüllt und die Rettung vor Hunderten von E-Mails in der Einrichtung einer neuen Mail-Adresse suchte 

Als Fazit kann ich nur sagen: Es war ein absolut gelungenes Wochenende! Das Management by Chaos funktionierte mit Hilfe der zahlreichen motivierten Helfer aus und um den Verein Speed-Team-Stuttgart ausgezeichnet. (Auch wenn mir Sanne donnerstags beim TNS auf die Frage: „Habt ihr jetzt genug Helfer?“ nur unter Zähneknirschen zuraunte: „Sprich es bitte nicht an“.)

Samstag: Kids Race BaWü-Cup

Bereits am Samstagnachmittag fanden sich zahlreiche Helfer zur Durchführung des Kids Race ein. Unser Zelt wurde unter fachlicher Anleitung von Dipl.Ing. Bernd Gutöhrlein von unserem erfahrensten Wettkampfrichter Markus C. Hauschel und weiteren Teammitgliedern aufgebaut.

Als Rennleiter für das Kids Race war Gavro (siehe oben) im Einsatz. Das Schiedsrichter-Team setzte sich aus Gisa Appel (Oberschiedsrichterin aus NRW), MC und Sven (Speed-Team-Stuttgart) und Eberhard (Schiedsrichter aus Bayern) zusammen. Als Assistenz fungierten die Wettkampfricher Anwärterinnen Petra, Ella und Martina (alle Drei ebenfalls vom Speed-Team-Stuttgart). Die Oberaufsicht über die Strecke (Sicherheit) und die Streckenposten, führte Bernd, den ich noch kurz vor 15 Uhr mit einem geschulterten Besen davon skaten sah, in gewohnt stoischer Manier.

Nach dem Motto „ein Sack Flöhe hüten ist leichter“, konnten die diversen Rennen nach Zeitplan durchgeführt werden. Das Wetter spielte mit und den Zuschauern an der Strecke entschlüpfte immer wieder „ die sind ja schon ganz schön schnell!“. Thomas Storz führte die Zuschauer mit fachlich-kompetenter Moderation durch die Veranstaltung. Herausragend war die Leistung von Kai Marcel Klug (Jugend) aus dem traditionsreichen Groß-Gerauer Rollsport Verein, der die Konkurrenz chancenlos auf die Plätze verwies und mit einer ganzen Runde Vorsprung ins Ziel einlief. Alina Merkle und Fabian Dieterle erzielte bei Ihrem Heimrennen hervorragende 2. Plätze in der Klasse Schüler/ Schülerinnen B. Inga Carganico erreichte Platz 3 bei der Jugend.

Die Schiedsrichter und Organisatoren ließen den Tag beim Stammitaliener ausklingen. Wie üblich wurden als Rennvorbereitung nicht nur die Kohlehydratspeicher aufgefüllt.....


Sonntag: Deutsche Meisterschaften

Am Sonntag war wohl der komplette Verein am Stadion, an der Strecke oder im Start- und Zielbereich im Einsatz. Die Rennleitung übernahm vor dem Start Axel Enderes (DRIV), der die Strecke am Abend zuvor noch einmal persönlich inspiziert hatte – während unsere Dani auf höchsten Befehl jeden Kieselstein im Keefertal markierte. Das Schiedsrichtergespann Appel/ Hauschel/ Eberhard wurde durch eine weitere Schiedsrichterin aus Bayern sowie Gavro verstärkt, in Assistenz wiederum mit Ella und Petra.

Nach dem Debakel mit der Startblockeinteilung bei den Weltmeisterschaften in Hamburg wurde uns vom DRIV empfohlen besonderes auf strenge Zugangskontrollen bei den Startblöcken einzuwirken. Dies wurde im ersten Schritt durch einen separaten Zugang zu den Startblöcken für Teilnehmer an der DM (roter Balken an der Startnummer) gesichert. Dort standen bereits Ordner zur Kontrolle. Die DM-Startblöcke wiederum waren durch Gitter von den Startblöcken des AOK Inline Halbmarathon (grüner Balken an der Startnummer) abgetrennt. Direkt am Zugang für die DM-Blöcke standen Helfer vom Speed-Team-Stuttgart und kontrollierten jeden Teilnehmer persönlich auf den roten Balken an der Startnummer. Innerhalb der Blöcke wiederum waren die Schiedsrichter so eingeteilt, dass noch einmal auf richtige Aufstellung im AK Block kontrolliert werden konnte. Zwischen den AOK- und den DM- Blöcken standen weitere Ordner. Mehr geht nicht, oder?

Ich muss sagen, ich fühlte mich als aktive Skaterin sehr gut von meinem Team betreut. Mein Jäckchen konnte ich ins Vereinszelt hängen, am Startblock wurde ich von Heiko und Iris begrüßt, das Band vor meinem AK-Startblock wurde von Ute und Martin gehalten, die Start-Nr. vom Ella kontrolliert. Sanne führte mich durch Programm und die Startvorbereitungen. Als Schiedsrichter stand MC an der Startlinie. Da soll noch einer sagen unser Verein tut nichts für seine Mitglieder!

Nachdem die Nationalhymne erklungen war, machte sich die übliche Nervosität vor dem Rennen breit. Schuhe zum x-ten mal schnüren, Nase schnäuzen, einen flüchigen Gedanken an die Toilette verschwenden und sich gegenseitig Glück wünschen...... los geht’s!

Das Feld der Damen bei den Deutschen Meisterschaften war mit insgesamt 74 Starterinnen sehr überschaubar. Als erstes gingen die Skaterinnen der Hauptklasse ins Rennen. In meiner AK 30 starteten nur 27 Skaterinnen. Die AK 40, 50 und 60 starteten gemeinsam einen Block hinter uns mit ca. 10 Damen. Somit war schon von vorn herein klar, dass es nur wenige große Gruppen und daher auch wenig optimalen Windschatten geben würde. Ich orientierte mich am Start nicht an den Spitzenfahrerinnen, sondern lies die Führungsgruppe ziehen und sortierte mich im Mittelfeld ein. Üblicherweise gehe ich das Rennen ja zu schnell an, um dann relativ schnell meine Gruppe zu verlieren. Das wollte ich diesmal vermeiden.

Kurz nach der Unterführung in Obertürkheim hatten wir zwar einige Mitstreiterinnen unserer Startgruppe verloren, dafür sammelten wir aber zurückgebliebene Fahrerinnen der ersten Startgruppe auf. Von hinten kam die Spitze der AK 40. So stellten wir bald eine recht große Gruppe und konnten gut Tempo machen. An der Spitze wurde zügig durchgewechselt, das Tempo war recht hoch, die Gruppe harmonierte. Die Abfahrt zur Schmiedener Straße ging ich vorsichtig an, musste dafür das Loch zur Gruppe wieder zufahren. Es folgte der nächste Anstieg. Ich musste wieder abreisen lassen. Mit zwei überholten Skaterinnen im Schlepptau sprintete ich den meiner Gruppe hinterher. Im Keefertal wurde es gemütlicher. Ich nutzte meinen Heimvorteil und umfuhr galant jeden Kanaldeckel. Die anderen fluchten, ich konnte was trinken. Bis dahin soweit alles bestens.

Kurz vor der Brücke nach Cannstatt überrollte uns jedoch das vordere Feld der im AOK-Lauf gestarteten Herren. Nun wurde es etwas chaotisch. Die Männer wollten absolut nicht einsehen, dass sie nicht vor oder zwischen die Frauen fahren dürfen. „Wir fahren in der Wertung für die DM, geht aus der Gruppe“, das interessierte die Herren nicht. „Wir haben genauso Startgeld gezahlt wie ihr“ kam es zurück. Danke für den Kommentar, dachte ich mir, hatte aber nicht wirklich Lust, mir während eines Wettkampfs Diskussionen über die Wettkampfordnung zu liefern. Mit Puls 180, über Brücken, in Kurven, über Straßenbahnschienen und dann noch solche Schwachköpfe. Ich war begeistert! „Zickenalarm“, dachten wir Damen uns und brüllten was ging um einigermaßen sicher weiter skaten zu können. Zum Glück war der Dynamik der Herren mit dem Anstieg an der Deckerstraße ein Ende gesetzt. Jetzt hatten sie auch was anderes zu tun als uns zu nerven.

Da Sprinten nicht gerade zu meinen Stärken gehört, wartete ich erst einmal ab, wie sich die Konkurrenz die letzten Kilometer einteilen würde. Entlang des Daimlerparkhauses fächerte die Gruppe auf. Zu früh dachte ich mir, ich warte lieber. Am Anfang der Zielgerade reihten sich letztendlich doch wieder alle Skaterinnen hintereinander auf, ich am Ende. Jetzt oder nie, also Zähne zusammenbeißen und losrennen. Die anderen waren durch das vorhergehende Manöver schon etwas außer Puste. So konnte ich ungestört rechts an der Gruppe vorbeifahren und als Dritte über die Ziellinie fahren. Juhu! Am Wasserstand erwartete mich Anne bereits. Eine Medaille abholen und los ging die Fachsimpelei mit den anderen Skatern.

Die kompletten Ergebnisse sind zu finden unter: http://www.stuttgart-lauf.de.

Schnellester Skater des Speed-Team-Stuttgart bei den Deutschen Meisterschaften war Thilo Harich (36:15). Bei den Damen kam Annett Diedrich als erste in Ziel mit 42:44.

Nicht zu vergessen unser Andy: Da er keine Rennen mehr fährt  startete er beim AOK Inline Halbmarathon und erlief sich mit einer Zeit von 36:16 (ups, da war Thilo doch noch eine Sekunde schneller....) Platz 2 der Gesamtwertung und „Ende gut alles gut“ bekam dafür einen weiteren Pokal für seine Sammlung!
Thilo
 
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Beitragvon Axel Enderes » 10 Jun 2005 14:36

Hallo liebe Freunde in Stuttgart

ich möchte mich vielmals bei Euch für die perfekte Organisation und die freundliche Aufnahme bedanken. Ich habe in Stuttgart das erlebt, was ich auch anderswo sehr gerne sehen würde. Die Zusammenarbeit mit dem WLV und hier besonders mit H.Müller scheint sehr gut geklappt zu haben und ich fühlte mich und die Skater zu keiner Zeit als Anhängsel.
Das es im Verhältnis Skater zu Läufer eine Konzentration der WLV-Leute zu den Läufern gab ist absolut verständlich.
Für mich sehr positiv war die Umsetzung der DRIV-Vorschriften, besonders bei der Startaufstellung. Hier haben wir gezeigt wie es laufen kann. An der Siegerehrung müssen wir allerdings noch etwas polieren, damit die "Deutsche Meisterschaft" besser rüberkommt, z.b. durch einen Tusch o.ä. Aber auch die Einhaltung der Zeitvorgaben muss beim DRIV besser werden.
Stuttgart hat ziemlich deutlich gezeigt, dass es durchaus funktionieren kann, wenn Skater in einen Laufmarathon eingegliedert werden. Da Stuttgart eine der bedeutenden Veranstaltungen ist. stärkt dies die Position des DRIV bei den German-Road-Races.

Nochmals vielen Dank und macht weiter so

Axel Enderes
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Beitragvon Thilo » 16 Jun 2005 17:01

Bergrennen in Erligheim vom 12.6.

Andreas Bauer wird mal wieder zweiter

Nach Jochen Glasbrenners Aufruf die kleinen Rennen in der nahen Umgebung vor dem Aussterben zu retten, entschloss ich mich in Erligheim etwas zur Rettung solcher kleiner Rennen zu tun.
Während in Sursee/Sempach also mit 5500 Skatern ein neuer Teilnehmerrekord erzielt wurde, wollten wir den Fortbestand des Bergrennens in Erligheim sichern, und vielleicht mal im Vorderfeld ins Ziel kommen. Doch noch während der Parkplatzsuche sah man alles was in Baden Württemberg Rang und Namen hat. Tobias Beute, Rico Keppeler, Helge Butschek, Cedrick und Karl Scheib, Stefan Rumpus, Nicole Hofrichter und einige mehr. Zwei Fahrer des RollX Teams gaben dem Ganzen noch die internationale Note.
Natürlich war Andy auch da, aber bei dem Teilnehmerfeld sollte es schwer werden endlich einen Siegerpkal abzustauben. Für Thomas, Hakan, Bernd (der am Tag zuvor in Sursee gefahren war), Jo, Axel, Marietta und Desirée war es ziemlich ausgeschlossen ganz vorne zu landen.
Das Starterfeld mit ca. 60 Startern war der Strecke angemessen. Die Streckenbreite der Wirtschaftswege überschritt seltenst die zwei Meter. Das Geschlängel durch die Stadt gleich zu Beginn verträgt auch keine großen Starterfelder. Die großteils rechtwinkligen Kurven waren nur mit viel Mut immer voll zu nehmen. Und nicht zu vergessen sind die langen und knackigen Anstiege in Erligheim. Insgesamt waren mehr als 250 Höhenmeter zu bewältigen.
Am Start zeigte der Starter Etikette, als er uns fragte, ob wir die Frauen nicht nach vorne lassen wollten. Und dass das nicht als Scherz gemeint war verdeutlichte durch seine mehrfache Aufforderung dazu. So etwas passiert einem halt bei der Blockeinteilung in Stuttgart bei der Deutschen Meisterschaft oder beim Swiss Inline Cup nicht. Aber es unterstreicht den familiären Charakter der Veranstaltung. Vom Start weg übernahm Andy die Führung. Das Tempo war während des ganzen Rennens konstant hoch. Zu hoch für mich. Ich hatte keinen Bock mehr auf diese blöden Berge. Am Ende der ersten von zwei Runden war Schluss für mich. Ich blieb am Berg stehen und rang erst mal eine habe Minute nach Luft. Hinter mir war ja leider erst mal keiner, und ich hatte Zeit mich etwas von den Strapazen zu erholen. In der zweiten Runde fuhr ich dann mit der Gruppe um Hakan Dogan und Stefan Rumpus ins Ziel. Andy zermürbte derweil mit seinem konstant hohen Tempo weiter die Gruppe, so dass am Schluss nur noch Rico Keppeler (Großbettlingen), Julien Erhard (Strasbourg Roller Vitesse) und Tobias Beute (Heilbronn) das Tempo mit gehen konnten. Aber wenn man 95% eines Rennens vorne im Wind fährt darf man sich nicht wundern, wenn am Schluss noch einer übrig bleibt, der noch Kräfte für einen guten Zielsprint hat. So kam was kommen musste, Rico Keppeler sicherte sich mit einem beherzten Antritt den Sieg in Erligheim. Der Streckenrekord wurde dabei um mehr als eine Minute verbessert.
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