Berichte 2004

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Berichte 2004

Beitragvon Thilo » 13 Sep 2004 19:22

Ehrmann Extreme

So wie den Bergsteiger die Frage quält, wie hoch man klettern kann, so lässt den ambitionierten Skater die Frage nicht los wie weit man in einer gewissen Zeit skaten kann.

Einhundertelf Kilometer in der Schweiz sind nicht schlecht. 130 Kilometer am Rhein sind auch schön. Diverse Tagestouren über 100 km machen auch Spaß. Aber irgendwie wäre es schön wenn man mit Skates nicht nur als Selbstzweck sondern als echtes Fortbewegungsmittel einsetzen könnte. Bereits im letzen Jahr waren Ralf und Bernd von Stuttgart nach Ulm zur Ehrmanntour geskatet, jedoch nachts, was ich doch etwas komisch finde. Da die geplante Tour von Stuttgart nach Wien im wahrsten Sinne des Wortes leider ins Wasser gefallen war, war man sich einig auf Skates zur Ehrmann Tour zu fahren. Diese startete am Freitag in Wangen im Allgäu. Jan, Bernd und ich wollten in zwei Tagen die 250 km bis dort hin zurücklegen.

Als Start war Donnerstag 12 Uhr am Biergarten angesetzt. Leider hatte mein Arbeitgeber wegen eines Projekts eine Urlaubssperre ausgerufen. Mein Ansinnen am Donnerstag um 12 Uhr zu verschwinden wurde brüsk abgelehnt. Mein Beharren darauf war nicht weit von einer faktischen Kündigung entfernt. Ohne zu wissen, ob ich am Montag eine Kündigung auf dem Tisch liegen hatte stahl ich mich also am Donnerstag mit dem schlechtesten aller Gewissen davon. Aber einmal in diesem Jahr wollte ich eine Fahrt auf Skates ins ungewisse auf mich nehmen.
Da Jan und ich noch nichts gegessen hatten liefen wir unweit des Starts gleich mal beim Burger King ein. Unterwegs musste ich mir noch eine Zahnbürste besorgen. Während ich außer Geld, einer frischen Unterhose und Shirt, Flipflops und meiner relativ schweren Kamera nichts dabei hatte, erreichten Bernd und Jan mit GPS, Ersatzschienen, langen Hosen und Oberteilen die Kapazitätsgrenzen ihrer Rucksäcke. Am Anfang ging’s an der B10 in Richtung Göppingen. Etwas ätzend war der Alpaufstieg an der Geislinger Steige, da der Weg dort sehr schmal war. Im weiteren Verlauf wurden wir mehrfach von unaufmerksamen Autofahrern beim Abbiegen fast überfahren. Sowohl auf dem Bürgersteig als auch beim Überqueren von Straßen wurde man ignoriert. Ich frage mich was ein Autofahrer so denkt, wenn er neben uns fährt, rüber schaut an uns vorbei zieht um dann direkt vor uns abzubiegen. Hält der uns für Hologramme? Na ja wir haben es ohne Feindkontakt überlebt, auch wenn es ein paar Mal etwas knapp war. Gegen Sieben Uhr erreichten wir Ulm. Die Abfahrt nach Ulm war noch einmal sehr rollenverschleißend. Am Münster machten wir natürlich noch ein paar Bilder, um dann an einem Touristencafe ein Hefeweizen über unsere ausgetrockneten Kehlen rinnen zu lassen. Die Bedienung sah ganz schnuckelich aus, war aber nicht gerade locker. Na ja die Hefeweizen haben jedenfalls geschmeckt. Bernd war auch noch ziemlich wach. Unser Quartier war nur 100m vom Münster entfernt. Es handelte sich um eine wunderbare Dachwohnung mit schönem Blick über Ulm. In der Ulmer Altstadt warfen wir noch gut portionierte Creps ein. Während wir noch schlechte Scherze rissen genoss Bernd am Tisch seinen bekannten Wippdackelschlaf. Die Nacht war leider nicht so geruhsam, wie wir uns wünschten, da ein Kumpel unseres Gastgebers nachts um 3 noch mal Sturm klingelte, und ein viertel Stunde lange dummes Zeug lallte. Kaum war man wieder eingeschlafen, startete schon der zweite Angriff auf unseren Schlaf durch ausdauerndes betätigen der Klingel durch Scherzbolde.

Um sechs Uhr war die Nacht zu Ende, eine halbe Stunde später starten wir mit den ersten Sonnenstrahlen. Durch eine Abfahrt auf Kopfsteinpflaster gelangten wir durch die Stadtmauer auf den bestens asphaltierten Donau Radwanderweg. Nach nicht einmal einem Kilometer warnte Bernd uns nicht rechtzeitig vor einem Stock, und Jan und mich zerlegte es nicht schlecht. Da es aber mit Schürfungen relativ glimpflich ausging beschlossen wir weiter zu fahren. Die Morgenkälte betäubte derweil die offenen Stellen an den Ellbogen, so dass ich nicht wusste, ob es die Verletzungen oder die Kälte ist, die meine Bewegungen lähmen. Ja vielleicht hätte ich meine Gonso Ellbogenschoner doch mitnehmen sollen. Gleich im Anschluss verfuhren wir uns zwei Mal. Unser Schnitt auf den ersten Kilometern war also desaströs. Um 14.30 Uhr mussten wir in Wangen sein, und lagen weit hinter dem Zeitplan. Nach ca. 20 km bogen wir auf den Donau-Bodensee-Radweg ab. Dieser war insgesamt mit 1500 Höhenmetern angegeben. Wir hofften mit ein paar Varianten einige dieser Steigungen zu vermeiden. Die Gegend zwischen Ulm und dem Bodensee ist eher als ländlich einzustufen. Landschaftlich ist dieser Weg jedenfalls wirklich phänomenal. Auf der anderen Seite ist die Versorgungslage mit Essen und Getränken eher spärlich. Außer einem Croissant und einem Snickres gabs während der Fahrt nix zu essen. Aber schlimmer war es bei den Getränken. Tankstelle – Totalausfall. Das einzige Geschäft das dort Getränke zu bieten hatte war ein Biometzger. Der selbst abgefüllte Annanassaft war das einzige was der Laden an Getränken zu bieten hatte. Der Preis wurde per Telefon beim Abfüller erfragt. Da dieser wohl auf seiner Annanasplantage gerade mit dem Anbau beschäftigt war dauerte der Anruf eine viertel Stunde. Bei schlappen 3.78 € für ,7 l nehme ich doch gleich 2 Flaschen mit. Und ungekülht schmeckt Annanassaft sowieso am besten. Nachdem damit erfolgreich der Dehydartion entgegen gewirkt wurde ging es weiter. Die Route führte größtenteils über gut asphaltierte Radwege, die sich abseits der Hauptverkehrsrouten ihren Weg durch die wunderschöne Landschaft bahnen. Hin und wieder fährt man direkt durch einen Bauernhof. Teilweise fährt man auch auf normalen Straßen, die aber wenig frequentiert sind, und damit auch sehr gut zu befahren sind. Kurz vor Wangen rettet uns Micha, der die Strecke der Ehrmanntour inspiziert noch einmal vor dem Verdursten. Kurz vor Wangen geht’s noch mal mit 10% Gefälle auf eine längere, serpentinenreiche Abfahrt. Die Techniken variieren zwischen Driftslalom, Grasbremse und per Pedes. Mit der Grasbremse konnte die Geschwindigkeit nicht immer ausreichend reduziert werden. Der Drift benötigte die komplette Fahrbahnbreite. Letztendlich kommen aber alle drei nicht weiter verletzt in Wangen an. Dann geht’s gleich weiter mit der normalen Ehrmann Tour. Allerdings gabs erst nach 20 weiteren km wieder etwas zu Trinken. Ein netter Bauer versorgte die Skater mit dem begehrten Nass, was auch bitter nötig war.
Innerhalb von zwei Tagen hatten wir also 270 km bei bestem Wetter auf Skates gerissen, und waren noch relativ fit.
Ja die weitere Ehrmann Tour war auch noch ganz nett zum Chill Out halt.
Thilo
 
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Beitragvon Maik.Scholl » 14 Sep 2004 09:40

Um den ganzen Bodensee sind es 230km. Dietmar hat das sogar noch von RV durchgezogen....also wer Kondition braucht ;)
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Beitragvon Dietmar.Buelow » 14 Sep 2004 14:19

:oops: Respekt nach Stuttgart :oops:

Jetzt versehe ich auch was mit Euch am Samstag los war ( irgendwie war die Luft raus ).

Der Samstag war bis auf den Sturz von Achim ( im Wald ) der sich die Schulterkugel gebrochen hat doch sehr schön und gelungen.

Solltet Ihr eine größere Ausfahrt planen, so könnt Ihr das gerne bei uns auf der Homepage hinterlegen, den es sind immer welche gerne bereit mitzumachen. :wink:

Viele Grüße vom Bodensee

Dietmar
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Beitragvon Thilo » 14 Sep 2004 16:49

An einem Tag 230 km. Maximalen Respekt zurück.
Ja bei uns war dann etwas die Luft raus.
Im nächsten Jahr werden wir auf jeden Fall die Donau Tour nach Wien machen.
Da es an der Stelle abschüssig war konnte man keinen Ordner mehr hin stellen. Wir werden in Zukunft mit den Ordnern weiter vor dem Feld fahren, damit man Zeit hat einen Ordner zu platzieren.
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